Schlaglichter auf Buchvorstellung „Exit- Wohlstand ohne Wachstum“ von Meinhard Miegel

Habe die Buchvorstellung „Exit- Wohlstand ohne Wachstum“ des Autors Meinhard Miegel besucht.
Im folgenden möchte ich ein paar Eindrücke dieser Veranstaltung wiedergeben (wer es genauer wissen möchte, muß eben das Buch lesen!):

Unser durchschnittlicher materieller Lebensstandard wird in den nächsten Jahren langsam aber sicher zurück gehen. Er ist in den letzten 10 Jahren bereits zurück gegangen.

Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Politik- weg vom obersten Ziel des Wachstums. Weil Wachstum durch die zunehmende Ressourcenknappheit und Umweltbelastung immer unmöglicher zu erreichen sein wird. Wir stoßen an die Grenzen des Wachstums, wie es die Meadows schon 1972 vorhergesagt haben. Die starke Verschuldung der westlichen Industrieländer ist auch schon diesem Ziel geschuldet. Unser derzeitiges Wirtschaftssystem kann Probleme anscheinend nur durch Wachstum lösen.

Eine Antwort, was das neue Paradigma werden soll, hatte Herr Miegel leider auch nicht konkret zu bieten. Er war sich aber absolut sicher, dass es so wie bisher auf keinen Fall weiter gehen wird und gehen kann. Er führte lediglich recht philosophisch dazu aus, dass wir einen anderen Wohlstand als den materiellen anstreben sollten. Man brauche eine neue Definition von Wohlstand: zum Beispiel Zeit für sich und andere haben und eine Revitalisierung des Spirituellen.

Ich persönlich finde es gar nicht so schlecht, dass sich etwas ändern wird, weil ich sowieso nicht alles als so toll empfunden habe.

Ich meine, man kann sich vielleicht Dänemark als Vorbild nehmen, wobei sie natürlich nicht alle Probleme gelöst haben. Dort leben immerhin laut Umfragen von 2008 die glücklichsten Europäer (19.11.2008 Spiegel.de: Zufriedenheitsstudie – So glücklich sind die Europäer ) und auch sonst habe ich aus der Ferne den Eindruck, dass dort einiges recht gut läuft.
Die Dänen zeigen zum Beispiel auch dass Lernen in der Schule auch wirklich für den Menschen und nicht nur für den Beruf statt finden kann. Die dänischen „Folkehøjskole“ sind Schulen, wo Studenten einmal nur für sich selber lernen können. ( 09.06.2010 Spiegel.de: Bildung à la Dänemark – Lerne lieber ungewöhnlich)




Zur Person Miegels habe ich gefunden, dass er unter anderem Soziologie und Jura studiert hat, wohl der CDU nahe steht und heute in einigen zukunftsgerichteten Initiativen wie zum Beispiel dem Denkwerk Zukunft – Stiftung kulturelle Erneuerung federführend mitarbeitet.

In den Kommentaren bei amazon.de zu seinem Buch wird er von manchen Kommentatoren als Neoliberaler tituliert. Diesen Eindruck  kann ich von der Buchvorstellung her nicht bestätigen.




Zitate (sinngemäß) bei der Buchvorstellung von Meinhard Miegel:

„Die Karten Ressourcenverbrauch und Verschuldung sind bereits ausgespielt!“

„Helfen Sie Ihrem Politiker vor Ort- er hats heute nicht leicht.“

„Heute wachsen mehr Kinder ohne Vater auf als nach dem zweiten Weltkrieg!“
(Als er das sagte, wurde es plötzlich für einen Moment ganz still bei den Zuhörern. Warum?)

„Vor der Industrialisierung und Aufklärung hatten wir eine aufs Jenseits ausgerichtete Lebensweise. Noch nicht lange haben wir in der westlichen Welt eine auf das Diesseits bezogene Lebensweise.“

„Meadows (Studie „die Grenzen des Wachstums“ – Club of Rome ) sagt, dass sich in den nächsten 20 Jahren mehr ändern wird, als sich in den letzten 100 Jahren geändert hat!“


Solange die Banken über das Tempo der Volkswirtschaft entscheiden, werden wir von einer Krise in die nächste stolpern. Hans Christoph Binswanger (Professor für Volkswirtschaft) >>



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